Präzisionslandwirtschaft im Sudan

Im Rahmen der sogenannten Präzisionslandwirtschaft (Precision Farming) erfolgt die Steuerung von Traktoren und anderen Landmaschinen automatisch per „Autopilot“ – DGPS-Systeme machen es möglich. Das Unternehmen Ph. Roden Nachf. vertreibt die fortschrittlichen Lösungen bis in den Sudan. Immer mit dabei sind Datenfunkmodems des finnischen Herstellers Satel. Sie sorgen durch die Übertragung von Korrekturdaten für eine möglichst genaue Steuerung der Landmaschinen auf den Feldern
Ph. Roden Nachf. GPS-Lenksysteme für Landmaschinen Sudan
Das Unternehmen Ph. Roden Nachf. vertreibt GPS-Lenksysteme für Landmaschinen – von Norddeutschland bis in den Sudan
Bild: Ph. Roden Nachf.
Für ein landwirtschaftliches Konsortium im Sudan rüstete Ph. Roden sechs Traktoren mit einer GPS-basierten Steuerung aus – Satel-Datenfunkmodems inklusive
Bild: Ph. Roden Nachf.
Die automatische Steuerung per DGPS (Differential Global Positioning System) hat viele Vorteile: So können die Landmaschinen bei Tag und Nacht fahren und bleiben auch bei schlechten Sichtverhältnissen immer auf dem richtigen Kurs. Die Navigation ist so genau, dass Traktoren & Co. immer auf derselben Spur fahren. Dies verringert die Bodenverdichtung, denn außerhalb der Fahrspuren bleibt die Erde locker. Zudem ist eine sehr präzise Ausbringung von Pestiziden und Dünger möglich – damit wird eine „Sicherheitsüberlappung“ überflüssig, wie sie in der traditionellen Landwirtschaft üblich ist. So können die Bauern nicht nur Chemikalien sparen, sondern auch Zeit: Wenn sich die Spuren kaum überlappen, müssen die Maschinen insgesamt weniger Strecke zurücklegen.
Mit DGPS müssen die Landmaschinen auch nicht mehr eine Reihe nach der anderen fahren – sie können sich eine beliebige Spur aussuchen. Das System stellt sicher, dass nach und nach das komplette Feld bearbeitet wird. Das erspart mühselige Rangierarbeit.

Traktoren mit GPS-gesteuerten Lenksystemen

„Die Präzisionslandwirtschaft verzeichnet hierzulande riesige Wachstumsraten“, weiß Hauke Heinrich, Geschäftsführer von Ph. Roden Nachf. „Wer aufmerksam durch Deutschland fährt, kann auf den Feldern immer öfter schnurgerade Spuren beobachten. Da war dann garantiert eine GPS-gesteuerte Landmaschine unterwegs.“ Das Familienunternehmen aus dem ostholsteinischen Lensahn ist spezialisiert auf Land- und Gartentechnik und vertreibt unter anderem die beschriebenen GPS-Lenksysteme – und zwar bis in den Sudan. „Wir sind normalerweise schwerpunktmäßig in Norddeutschland aktiv“, schildert Hauke Heinrich. „Durch eine Verkettung von Umständen kam es aber im Jahr 2014 zu einem bislang einmaligen Projekt in Afrika.“
Ein landwirtschaftliches Konsortium im Sudan war auf der Suche nach GPS-Systemen des US-Herstellers AgLeader, die in neueren Traktoren der deutschen Marke Claas verbaut werden sollten. Die Landmaschinen kommen auf einem Gebiet von insgesamt 80.000 Hektar zum Einsatz, auf dem Zuckerrohr angebaut wird. Insgesamt verfügt das Konsortium über einen riesigen Maschinenpark mit über 300 Traktoren – in einem ersten Schritt galt es jedoch, nur sechs davon mit der GPS-basierten Steuerung auszurüsten. „Wir vertreiben die Lösungen von AgLeader und wissen, wie man deutsche Traktoren auf die automatischen Lenksysteme umrüstet“, so Hauke Heinrich. „Insofern waren wir der richtige Partner für das Projekt.“
Steuerung von Zuckerrohranbau im Sudan mit Hilfe von Satel Funkmodems

Übertragung von Korrekturdaten per Datenfunk

Ende 2014 reiste der Geschäftsführer von PH Roden selbst nach Afrika, um die Lösungen zu implementieren und die Mitarbeiter vor Ort zu schulen. Im Gepäck hatte er sämtliche Bestandteile des Systems, das im Wesentlichen aus einem Display zur Bedienung, einem Lenkungscontroller, einem hydraulisches Lenkventil sowie einer GPS-Antenne und einer GPS-Basisstation besteht. Zusätzlich mit dabei waren aber auch insgesamt neun Datenfunkmodems des finnischen Herstellers Satel. Der Hintergrund: Um eine wiederholbar präzise Steuerung der Landmaschinen zu gewährleisten, muss das GPS-Signal korrigiert werden. Diese Korrekturen werden von fest installierten GPS-Basisstationen in der Nähe (<20km) der mobilen Einsatzgeräte in den Traktoren gesendet. Denn nur mit Hilfe der Korrekturdaten einer fixen GPS-Station kann eine mobile Station ihre Position auf +/-2cm genau bestimmen. „Die Datenfunkmodems von Satel übernehmen die zuverlässige Übertragung dieser Korrekturdaten“, erläutert Hauke Heinrich. „Ich hatte mich in diesem speziellen Fall für die Modelle Satelline-EASyd entschieden, weil diese UHF-Modems eine besonders große Frequenz-Bandbreite unterstützen. Somit bleiben die Landwirte im Sudan stets flexibel.“
„Die Flexibilität ist tatsächlich die große Stärke des Satelline-EASyd“, bestätigt Daniel Maurice, Vertriebsleiter beim Komplett- und Systemanbieter Welotec, der die Datenfunklösungen von Satel exklusiv in Deutschland vertreibt. Das Halbduplex-Funkmodem bietet die Möglichkeit, die Frequenz in einem Tuning Bereich von 90 bzw. 70 MHz selbst einzustellen. Auch die Kanalbandbreite lässt sich jederzeit zwischen 12,5/20/25 kHz umstellen. Diese flexibel einstellbaren Parameter machen das Satelline-EASyd zum zukunftssicheren Allrounder, der sich neuen Anforderungen und wechselnden Bedingungen einfach anpasst. Zudem sind die Modems durch ihre geringe Baugröße, das Display mit Anzeige der Empfangsfeldstärke und die flexiblen Ein- und Umstellungsmöglichkeiten die optimale Lösung für den Einbau in die Traktoren. Nicht zuletzt verfügt das Satelline-EASyd standardmäßig über eine Dual Band Funktion – sie ermöglicht es dem Transceiver, innerhalb von zwei Frequenzen zu arbeiten. Hierbei wird für das Senden und Empfangen jeweils eine eigene Frequenz festgelegt. Dies sorgt für eine geringere Störanfälligkeit und ermöglicht die Nutzung von Dual-Band-Frequenzen.
UHF-Modems Satelline EASyd
UHF-Modem Satelline EASyd Pro

Eine optimale Lösung für jede Herausforderung

Im Sudan wurden sechs Satelline-Datenfunkmodems in den Traktoren verbaut, weitere drei Modems dienen als mobile Basisstationen. Diese temporären Basis-Stationen haben zwar eine sehr niedrige Sendehöhe, was sich nachteilig auf den Empfang auswirken kann. Das wird aber durch die Mobilität wieder ausgeglichen – eine ausgezeichnete Funkverbindung ist somit stets gewährleistet. Müssen noch größere Reichweiten bzw. schnellere Datenübertragungsraten erzielt werden, so könnten theoretisch auch andere, leistungsstärkere Satel-Produkte zum Einsatz kommen: „Es wäre zum Beispiel denkbar, die besonders leistungsstarken UHF-Modems Satelline-EASyd Pro als Basisstationen zu verwenden“, beschreibt Daniel Maurice. „Diese Modelle verfügen über eine Sendeleistung von 35 W und können die Korrekturdaten bis zu 50 km weit über die Felder senden.“
Alle Satel-Modems sind im Übrigen besonders robust konstruiert: Sie sind erschütterungsfest und lassen sich in einem weiten Temperaturbereich einsetzen. Somit steht einem Einsatz auch unter extremen Bedingungen nichts im Wege – egal ob im heißen Sudan oder im feucht-kühlen Norddeutschland.